Begriffe verstehen

Wenn ein Baby während der Schwangerschaft oder rund um die Geburt stirbt, begegnen Eltern häufig verschiedenen medizinischen und rechtlichen Begriffen.
 
Bezeichnungen wie Fehlgeburt, Totgeburt oder Lebendgeburt werden von Ärzten, Hebammen oder Behörden verwendet und haben jeweils eine bestimmte Bedeutung – vor allem im Hinblick auf medizinische Abläufe und rechtliche Regelungen.
 
Viele Eltern hören diese Begriffe zum ersten Mal in einer Situation, die ohnehin schon sehr belastend ist. Deshalb möchten wir hier die wichtigsten Begriffe verständlich erklären.

Was bedeutet der Begriff Sternenkind?

 
Der Begriff Sternenkind ist kein medizinischer oder gesetzlicher Begriff.
 
Er wird von vielen Eltern verwendet, deren Baby während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder kurz danach verstorben ist. Der Gedanke hinter diesem Begriff ist, dass diese Kinder zwar nicht lange auf der Erde leben konnten, aber dennoch einen festen Platz in der Familie und im Leben ihrer Eltern haben.
 
Der Name „Sternenkind“ greift die Vorstellung auf, dass diese Kinder ihren Weg zu den Sternen gefunden haben. Für viele Eltern ist dieses Bild tröstlich und hilft dabei, ihrem Kind einen liebevollen Platz in ihren Gedanken und Erinnerungen zu geben.
 
Gleichzeitig macht der Begriff sichtbar, dass es sich nicht einfach um eine medizinische Situation handelt, sondern um den Verlust eines Kindes.
 
Auch wir sprechen in unserer Begleitung meist von Sternenkindern.

Was ist eine Fehlgeburt?

 
Medizinisch spricht man von einer Fehlgeburt, wenn ein Baby
  • vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wird
  • weniger als 500 Gramm wiegt
  • und keine Lebenszeichen zeigt.
 
Viele Fehlgeburten passieren bereits in den ersten Schwangerschaftswochen, andere erst später in der Schwangerschaft.
 
Diese medizinische Einteilung ist vor allem für rechtliche Regelungen und medizinische Abläufe wichtig.
 
Für Eltern bleibt jedoch unabhängig davon die Erfahrung, ein Kind verloren zu haben.

Was ist eine Totgeburt?

 
Von einer Totgeburt spricht man, wenn ein Baby
  • mindestens 500 Gramm wiegt
    oder
  • ab der 24. Schwangerschaftswoche geboren wird
und keine Lebenszeichen zeigt.
 
Totgeborene Kinder müssen beim Standesamt gemeldet werden. Eltern erhalten eine Geburtsurkunde mit Sterbevermerk und haben das Recht, ihrem Kind einen Namen zu geben.

Was ist eine Lebendgeburt?

 
Als Lebendgeburt gilt ein Kind, wenn nach der Geburt mindestens eines der folgenden Lebenszeichen vorhanden ist:
  • Herzschlag
  • Atmung
  • pulsierende Nabelschnur.
 
Dabei spielt das Gewicht des Kindes keine Rolle.
Auch wenn ein Baby nur sehr kurze Zeit lebt, gilt es rechtlich als lebend geboren.

Wichtig für Eltern

 
Medizinische oder rechtliche Begriffe sind vor allem für Abläufe, Dokumente oder gesetzliche Regelungen wichtig. Für die Trauer der Eltern spielen diese Einteilungen jedoch keine Rolle.
 
Wir begleiten Familien unabhängig davon,
  • in welcher Schwangerschaftswoche ihr Baby gestorben ist
  • aus welchem Grund sie ihr Kind verloren haben
  • oder welche medizinische Bezeichnung verwendet wird.
 

Jedes verlorene Kind darf betrauert werden!