Frühe Fehlgeburten

Nicht jeder Verlust eines Kindes wird von außen wahrgenommen.
Gerade frühe Fehlgeburten geschehen oft im Stillen – und dennoch hinterlassen sie bei vielen Eltern eine tiefe Spur.
 
Häufig hören Betroffene Sätze wie:
„Es war ja noch sehr früh“ oder „Ihr könnt es ja noch einmal versuchen“.
Doch für viele Eltern beginnt die Bindung zu ihrem Kind bereits mit dem positiven Schwangerschaftstest. Mit der Hoffnung, dem ersten Gedanken an ein gemeinsames Leben und den ersten Vorstellungen entsteht bereits eine Beziehung.
 
Auch ein früher Verlust darf betrauert werden.

Wenn eine Schwangerschaft früh endet

 
Fehlgeburten können ganz unterschiedlich erlebt werden.
Manche geschehen zu Hause, andere im Krankenhaus oder im Rahmen einer sogenannten Kürettage.
 
Neben der körperlichen Belastung stehen viele Eltern plötzlich vor Fragen, auf die sie nicht vorbereitet sind:
  • Was passiert jetzt mit meinem Körper?
  • Wie verläuft eine sogenannte „kleine Geburt“?
  • Darf ich mein Kind sehen oder mich verabschieden?
  • Gibt es Möglichkeiten, Erinnerungen zu bewahren?
 
Gerade in dieser Phase fühlen sich viele Betroffene verunsichert und allein.

Begleitung während einer „kleinen Geburt“

 
Auch wenn wir kein medizinisches Personal sind, können wir Familien in dieser Zeit seelisch begleiten und unterstützen.
 
Eine kleine Geburt benötigt Zeit. Der Körper muss den Verlust verarbeiten, und dieser Prozess kann sich über Stunden7 Tage oder auch über mehrere Wochen erstrecken. Für viele Eltern ist diese Phase emotional sehr fordernd und von Unsicherheit geprägt.
 
Wir stehen in dieser Situation unterstützend zur Seite – ergänzend zur medizinischen Begleitung durch Hebammen und Frauenärzte.
 
Dabei helfen wir zum Beispiel dabei,
  • zu verstehen, was in dieser Zeit geschehen kann
  • sich innerlich auf den Prozess vorzubereiten
  • Orientierung in einer sehr herausfordernden Situation zu finden
  • Ruhe und Halt zu bewahren
 
Unser Anliegen ist es, Eltern durch diese Zeit zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben, ohne ihnen Entscheidungen abzunehmen.

Erinnerungen schaffen und Abschied gestalten

 
Auch bei sehr frühen Verlusten kann es möglich sein, einen bewussten Abschied zu gestalten oder Erinnerungen zu bewahren. Dabei stehen wir euch ebenfalls gerne unterstützend zur Seite.
 
Manche Eltern entscheiden sich dafür,
  • Fotos zu machen oder kleine Erinnerungsstücke aufzubewahren
  • besondere Momente festzuhalten
  • einen kleinen Sarg oder eine Abschiedsschale zu gestalten
  • eine kleine Beisetzung oder ein persönliches Ritual zu gestalten
 
Viele Familien erleben bereits die Vorbereitung eines Abschieds als einen wichtigen Teil ihres Trauerprozesses. Das bewusste Gestalten kann helfen, dem Verlust Raum zu geben und eine ggf. längere Wartezeit zu überbrücken. 

Wenn der Verlust schon länger zurückliegt

 
Manche Fehlgeburten liegen viele Jahre zurück.
In früheren Zeiten wurde über solche Verluste oft kaum gesprochen, und viele Eltern hatten keine Möglichkeit, sich bewusst zu verabschieden.
 
Auch lange Zeit später kann das Bedürfnis entstehen, diesem Verlust noch einmal Raum zu geben.
 
Wir begleiten Familien auch dann gern – unabhängig davon, wie lange das Ereignis zurückliegt.

Unser Verständnis

 
Trauer lässt sich nicht an Schwangerschaftswochen messen.
 
Jedes Kind, das erwartet wurde, hinterlässt Spuren im Leben seiner Eltern.
Diese Spuren dürfen gesehen werden.